2.3.2008 - Liechtenstein und die schreiende Ungerechtigkeit
Ich habe es offen gestanden nicht gewußt, oder besser gesagt es war mir nicht bewußt, dass Liechtenstein ein Gigant ist, und dass man Liechtenstein und seinen Geldgebern Unrecht tut. Liechtenstein ist zwar ein Staat,
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der eine Fläche von nur 160 km² hat,
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der 35.322 Einwohner zählt,
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dessen größte Stadt 5.771 Mitbürger hat,
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der keine einzige Autobahn hat,
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und dessen Bahnnetz ganze 9,5 km umfasst,
und daher in jedem Falle als eher klein und zumindest in dieser Hinsicht als unbedeutend zu beschreiben ist. Aber es gibt weitere Fakten, die dies völlig anders darstellen: Liechtenstein ist auch ein Staat der Superlative:
- 34 % der Einwohner sind Ausländer.
- 31.100 Beschäftigte arbeiten in Liechtenstein, die meisten sind Pendler.
- Auf eher bescheidene 15 Banken kommen ca. 55.000 Stiftungen.
- Auf 155 Mrd. Euro beläuft sich das in Liechtenstein verwaltete Kapital.
Und es gibt eine weitere Zahl, die alle anderen Superlative in den Schatten stellt:
Damit ist es knapp 4 x so hoch, wie der europäische Durchschnitt (21.600 Euro) und mehr als 3 x so hoch, wie das BIP von Deutschland (26.800 Euro, lt. Eurostat).
Nimmt man nur 3 Faktoren heraus, wird klar, dass Liechtenstein und seinen Finanziers eine kollossale Ungerechtigkeit widerfährt:
Erstens: Geht man zum einen davon aus, dass ein gutes Drittel der Einwohner gar kein Liechtensteiner ist, hat Liechtenstein ein ernstes Ausländerproblem. Denn allein aufgrund dieser hohen Quote sind die in Liechtenstein lebenden Ausländer maßgeblich an den dubiosen Finanzdienstleistungen beteiligt. In Deutschland ein politisch schwieriges Thema, aber nach dieser Sachlage - hey, diese Zahlen sprechen doch für eine statistisch belegbare Ausländerkriminalität
Zweitens: Rechnet man die Pendler hinzu, können sich die Eingeborenen Liechtensteins schon fast die Hände in Unschuld waschen.
Drittens: Bedenkt man, dass ein guter Teil des in Liechtenstein verwalteten Kapitals womöglich aus Deutschland stammt, könnte man annehmen, dass die hiesigen Stiftungsgründer das dort eingebrachte Kapital wie eine Entwicklungshilfe für ein kleines, an Bodenschätzen armes Land eingebracht haben. Eine Entwicklungshilfe, die fruchtete und für die die Mäzen jetzt auch noch bestraft werden sollen. Da wollen wir erst gar nicht von den Milliarden der russischen Oligarchen reden, deren Herz offenbar noch größer ist, als wir das nach Abramowitschs Kauf/Rettung von Chelsea haben annehmen können.
Wenn das nicht ungerecht ist - ich weiß es nicht.
Übrigens: Liechtenstein ist so arm, dass es nicht mal eine eigene Nationalhymne hat, sondern sich der Melodie des englischen "God save the Queen" bedient, auf die sie einen eigenen Text singen (dazu demnächst mehr hier). Sooo arm ist Liechtenstein.
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