8.4.2008 - Ändere wirkungslose Aktionen
Am Wochenende habe ich ein interessantes Gespräch geführt. Ich traf eine junge Architektin, die mir von Problemen in ihrem Job berichtete. Genau genommen ging es darum, dass ihre Anordnungen den bauausführenden Kollegen gegenüber - so gut sie gemeint und so präzise sie auch vorgetragen waren - häufig nicht zum Ziel führten. Dass sich daraus für sie eine gewisse Unzufriedenheit mit sich selbst und den Kollegen ergab, einhergehend mit einer Ratlosigkeit, wie sie diesem Problem "Herr" werden konnte, versteht sich von selbst.
Natürlich hatte auch ich kein Patentrezept für dieses Problem, das zu vielschichtig ist, als dass man ad hoc eine Lösung dafür parat haben könnte. Aber eines wurde uns sofort klar:
Wenn eine Aktion nicht zum Ziel führt, wähle eine andere!
Denn nicht die Penetration, das stete Wiederholen der Anordnung führt im Umgang mit Menschen zum Erfolg, sondern die Variation der Forderung verbunden mit dem unmißverständlichen Aufzeigen der persönlichen Konsequenzen:
Die Aufforderung "diese Arbeit muss bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt sein, weil ich sonst die nachfolgenden Gewerke anders organisieren muss" beeindruckt weitaus weniger als die Aussage "es ist Ihre Sache, ob Sie diese Arbeit termingerecht beenden, schließlich behindern Sie Ihre nachfolgenden Kollegen".
Auch wenn es ihr Problem sei, sagte ich der Architektin, solle sie immer versuchen, mit diesem Problem die Komfortzone ihres Gegenübers zu stören und die Verantwortung auf ihn zu übertragen (natürlich ohne sie selbst wirklich aufzugeben).
Vor allem aber solle sie wirkungslose Aktionen einstellen und mit überraschend lässigen Störmanöver aufwarten. Ich bin mir sicher, die Kollegen am Bau werden sie bald von einer völlig neuen Seite kennen lernen, die junge Architektin.
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