13.9.2008 - Endlich Urlaub
Smogblog macht Urlaub. Ob wir an unserem streng geheimen Ferienort Internetzugang haben ist unklar, deshalb gibt es auch kein Versprechen, dass wir uns in den nächsten 7 Tagen hier melden. Falls doch - es könnte interessant werden. Bis dann!
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12.9.2008 - Lipstick rulz
Den Kampf um die US-Amerikanische Präsidentschaft konnte ich letzte Woche während meines Aufenthalts in den USA zeitnah verfolgen. Nicht zuletzt dank der durch nichts und niemanden aufhaltbaren Medienpräsenz der Protagonisten Obama und McCain; letzterer dann aber doch eher im Schatten seiner designierten Vizepräsidentin Sarah Palin.
Diese machte zuletzt durch einen akribisch geplanten und dann doch eher statisch daher kommenden Witz Schlagzeilen, als sie fragte, was denn der Unterschied zwischen einer Hockey Mum (wie sie selber eine sei) und einem Pitbull sei. Die Antwort "Lipstick" gab sie selbst und erntete drauf hin den wohlgeplanten und erhofften Applaus ihrer Parteigenossen.
Als Obama nun - auf die Anspielung McCains hin, er wolle in Washington ordentlich aufräumen - bemerkte, man könne einem Schwein Lippenstift auftragen, aber es bliebe immer ein Schwein, war die Entrüstung unter den Republikanern groß und man warf Obama Sexismus vor.
Amerika steht Kopf, dank zweier Aussagen, die sich um einen Lippenstift drehen. Als hätte man nichts wichtigeres zu tun.
Übrigens: Meine amerikanischen Kollegen stöhnen vernehmlich über dererlei Medienpräsenz und fürchten sich vor dem großen Show-down. Aber bis dahin sind es noch fast 50 Tage, in denen wir sicherlich noch mehr Lippenstift-Geschichten hören werden...
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11.9.2008 - Koffer und ich
Koffer haben doch etwas eigenartig Faszinierendes. Man nutzt sie ja üblicherweise zum Reisen. Und Reisen an sich ist im Grunde genommen ja etwas Schönes: Man kommt mal raus, sieht andere Menschen, Gegenden, Gebräuche. Bisweilen kann Reisen aber auch zur Last fallen, z.B. wenn es zu viele oder gar unangenehme Reisen sind. Doch manchmal hat man den Eindruck, dass es zu viel wird.
In genau dieser Situation befinde ich mich aktuell: Der Koffer, der mich gerade auf meiner USA-Reise begleitet hat (ein alter, knorriger RIMOWA-Alu-Riese), wurde soeben durch einen hübscheren (roten RIMOWA-Samba) ausgetauscht. Und schon geht es wieder ans Packen. Jetzt allerdings für den Urlaub. Eine kurze Woche werden wir im bayerischen Reit im Winkl verbringen.
Übrigens: Am Koffer scheint man erkennen zu können, um welche Art Reise es sich handelt. Der große Alu-Riese ist für Flug-/Überseereise bestens geeignet, wird aber schnell - weil so groß - ein bißchen schwer. Der Rote ist dann eher für die Reise mit dem Auto oder dem Cabrio (hinten auf den Kofferaumdeckel geschnallt, weil wasserdicht) geeignet, der kleine Silberne für den "One-Night-Business-Trip".
Jedenfalls werde ich einige der Sachen, die ich gerade ausgepackt habe, direkt wieder einpacken können. Das hat was für sich, weil es schneller geht und weniger Arbeit macht. Und der nächste Wechsel ist bereits vorbestimmt: Wenn wir aus Bayern zurück sind, steige ich nahtlos auf den nächsten Koffer um. Dann geht's direkt weiter zu nächsten Messe.
So bleiben sie immer in meinem Leben, die Koffer. Wahrscheinlich wird man mich - wenn meine Zeit dann gekommen ist - in einem RIMOWA-Koffer beisetzen. Ich sollte das in meinem Testament erwähnen...
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10.9.2008 - Back Home
Nach einem denkwürdigen Rückflug sind wir nun heute früh in Deutschland angekommen. Um es kurz zu sagen: Es war ein unvergessliches Erlebnis. Dafür möchte ich meinem Freund Christian danken, der mich dazu überredete, auf seinen Flug umzubuchen und mir obendrein ein Upgrade spendierte. Many thanks, Buddy. Zugleich hoffe ich, dass wir noch viele solcher gemeinsamen Reisen machen können: Singapur - Dubai - Wir kommen!
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9.9.2008 - Time flies
Kaum zu glauben, dass die Woche bereits vorüber ist. Heute geht es zurück nach Deutschland.
Hinter mir liegt eine Woche die durch viel Arbeit, umfassendes Engagement, weitreichende persönliche Entbehrungen, extrem kurze Nächte (Landei mit Jetlag trifft auf Großstadt which never sleeps) und beängstigend wenig persönliche Zeit und Privatsphäre geprägt war.
Andererseits durfte ich wieder einmal eine Woche in einer Weltstadt verbringen - in einer der schönsten und interessantesten, die ich kenne -, durfte jeden Abend mit gewinnend interessanten Leuten, allesamt höchst professionelle, erfahrene Personen verbringen, hatte Gelegenheiten bei den abgefahrendsten Italienern und in den beliebtesten Pubs der Stadt exzellente Küche zu genießen, wurde überhäuft mit persönlichen Eindrücken und Erinnerungen und erhielt ein Paar Chucks. Was will man mehr?
Danken möchte ich allen die mich in der Vorbereitung dieser Reise unterstützt haben (Eule, Olaf, Katja: Ihr habt weitaus mehr getan, als nur Euren Job), die meine Probleme vor Ort gelöst haben (POA: You got a fabulous team; Rick: You did an awesome great job!), die während meiner Abwesenheit dafür gesorgt haben, dass wir am kommenden Donnerstag und Freitag bei der Tagung wie eine "1" da stehen (US, MH: Ich wußte, dass das klappen würde!), natürlich auch demjenigen, der mich durch sein permanentes insistieren zur Umbuchung des Rückfluges überreden konnte (Christian: Ich freue mich auf eine Nacht mit Dir in der Business Class ;-)), Euch allen, die diesen Blog eifrig mitverfolgt haben und mir durch ihre Kommentare gezeigt haben, dass ich zwar weit weg, aber nicht vergessen (das hat mir Mut gemacht), aber ganz besonders meiner besseren Hälfte, die mich von der Homebase bei dieser Mission wie gewohnt umfassend und unnachahmlich unterstützt hat (Süße, you are so special. Ich freue mich auf Dich! Looking forward to be in Vegas with you).
Und allen anderen sei gesagt: Time flies - morgen isser wieder da und dann geht's wieder rund!
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9.9.2008 - Erfolg zieht an

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Messe. Heute ging es endlich los. Es war schön zu sehen, wie unser Stand - eine gemeinschaftliche Entwicklung der US-Kollegen und uns - von den Vertriebsmitarbeitern angenommen wurde. Nach vielen Jahren in faltbaren Messeständen und Roll-up Displays, bot ihnen dieser Stand nun erstmals einen repräsentativeren Rahmen für ihre Arbeit. Wir haben das dieses Jahr schon einmal erleben dürfen - auf der Eisenwarenmesse in Köln. Dort sicher in anderen Maßstäben, aber mit einer durchaus vergleichbaren Wirkung.
Genau genommen ist es gar nicht so schwer nachzuvollziehen: Jeder von uns - jedenfalls die meisten von uns - stecken lieber in "hippen" Klamotten (z.B. Chucks!) oder zumindest in "anständiger" Kleidung, fahren lieber ordentliche Autos und wohnen in einer angesehenen Gegend. Jeder von uns will auf eine bestimmte Art wahrgenommen werden. So wie er selbst sich sieht, so möchte er auch von seinem Umfeld anerkannt werden.
Und das gilt auch und insbesondere für die Wahrnehmung im und um den Job herum: Stehst Du in einem kleinen schäbigen Stand, will ich erst gar nicht mit Dir reden. Macht aber Dein Stand etwas her und Du hast auch noch ein vernünftiges Hemd an, dann möchte ich teilhaben an Deinem Erfolg, zeige mich gerne mit Dir.
So einfach, wie sich diese Mechanik anfühlt ist es nicht immer. Auch in unserem Fall war einiges an Überzeugungsarbeit notwendig. Unsere Kollegen honortierten die geleistete Arbeit heute auf eine sehr schöne Art. Danke für Euer Vertrauen.
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8.9.2008 - A Chicago Day
Heute hatte ich Zeit mich noch einmal ein wenig in der Stadt umzusehen. Ich bin sehr viel gelaufen, gefühlte 5 Mio Meilen. Und ich konnte mir einen lang gehegten Wunsch erfüllen: Ich habe meine ersten Converse-Chucks gekauft. Original. Zum halben Preis im Vergleich zu Deutschland. (Wer nicht weiß was "Chucks" sind schaut am besten mal hier vorbei [coole Site!] oder in meinem Blogeintrag vom 14.06.2008.)

Bitte auf das Bild klicken, dann wird es größer. Es zeigt im Uhrzeigersinn: Das Kunstwerk "Agora" von Magdalena Abankanowicz, das aus 106 gegossenen Beinpaaren besteht (Grant Park), die Feuerleiter an der Rückseite des Chicago Hilton Hotels (Wabash Ave.), die Leuchtreklame des Chicago Hard Rock Cafe's (Ontario Ecke Dearborn Street), das viel fotografierte Kunstwerk "Cloud Gate" des Briten Anish Kapoor und die "L" über der Wabash Ave.
Ich habe wahnsinnig viele Fotos gemacht. Diese hier zeigen einen kleinen Ausschnitt eines fantastischen Tages. Reisen ist ja immer mit vielen Entbehrungen und viel Unbequemlichkeiten verbunden. Tage wie dieser entschädigen dafür...
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7.9.2008 - Freakin' News from the States
"Freakin'" war das Wort des Tages. Es kann immer und für alles eingesetzt werden. Es wird zwar häufig mit negativen Ereignissen oder Zuständen benutzt, z.B. "It's freakin' cold today", taugt aber auch zur Verstärkung, z.B. "That's been a freakin' nice day". Und das war er auch, ein richtig toller Tag.

(Anmerkung: Auch wenn auf diesem Nummernschild "Ohio" als Staat angegeben ist, befinde ich mich natürlich in Illinois. Ich konnte das entsprechende Nummernschild aus Illinois allerding so schnell nicht finden...)
Bereits auf dem Weg zum frühstücken überspannte ein makellos blauer Himmel die Stadt und die Sonne lachte mich an. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Es gab einen großen - sehr guten - Kaffee einen O-Saft, einen Schoko- und einen Blueberry-Muffin. Alles aus der Corner Bakery. War lecker.

Allerdings war ich wieder so früh unterwegs, dass die Corner Bakery zunächst noch geschlossen hatte. Also entschloss ich mich noch einen kurzen Spaziergang zwischen Michigan Ave. und Columbus Drive zu machen. Es war noch recht ruhig auf den Straßen, die Sonne tat nach all' dem Regen gut.

In den Ausläufern des Grant Parks stieß ich auf eine Formation von Gänsen, die mehr oder weniger aufgeräumt einen Morgenspaziergang unternahmen - ähnlich wie ich.

'Wie sich die Bilder gleichen' dachte ich, als ich - am Messegelände Mc Cormack Place angekommen - die Bewerberinnen eines Trials für America's next Topmodel vor dem Hyatt sah. Von der anderen Straßenseite aus betrachtet dachte ich darüber nach, wie viele Träume dort im Laufe des Tages wohl zerstört werden sollten...

Nach getaner Arbeit - der Stand steht - sind wir, Rick, Stan und Imre, der heute zu uns gestossen ist, am Abend zum Navy Pier herunter gegangen. Wir hatten dort ein vergleichsweise einfaches, aber sehr piktoreskes Dinner: Wir saßen draußen und hatten einen atemberaubenden Blick auf die Skyline von Chicago, einer freakin' nice City...
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6.9.2008 - Helluvaburger
Helluvaburger ist ein eher umgangssprachlicher Ausdruck für einen ausgesprochenen leckeren und eher mächtigen Burger, halt ein "Hell of a Burger". Gestern abend war es nun endlich soweit: Ich hatte meinen geliebten Cheeseburger in Miller's Pub auf der Wabash Ave.

Allein dafür lohnt es sich fast nach Chicago zu kommen. Miller's Pub wurde bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gegründet. Er liegt mitten im Loop, dem alten Zentrum der Stadt. Mit ohrenbetäubendem Lärm donnert über seiner Eingangstür ständig die "L" - die "Elevated", die S-Bahn Chicagos auf ihrer Hochtrasse.
Die Gründer-Familie Miller war seinerzeit überhaupt nicht erfolgreich mit ihrem Pub, so dass sie das Unternehmen in den 50er Jahren an vier griechisch stämmige Brüder verkauften. Sie behielten den Namen bei, weil sie sich ein neues Schild nicht leisten konnten.
In den folgenden Jahren wurde Miller's Pub einer der bliebtesten Late-Night Spots in Chicago, der besonders von Sportlern und Schauspielern besucht wurde. Das Geschäft florierte und nach und nach kamen weitere Pubs und Restaurants hinzu.
Das Wall Street Journal schrieb kürzlich: "At the bar, the atmosphere is a bit like an episode of 'Cheers'. Everybody but me knew the bartenders name and that he was about to go on vacation.....Miller’s is my idea of unself-conscious perfection.”
Ein Besuch dort ist absolutes Muss für jeden Chicago-Reisenden. Übrigens genau so, wie der Cheeseburger. Der war auch klasse.
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6.9.2008 - Ein Streik und ein Tag wie ein Streik
Da nun endlich mein Internet-Anschluss im Hotel funktioniert kann ich aktuell und zeitnah über das Geschehen in Chicago berichten. Ich hatte heute Gelegenheit, die streikenden Mitarbeiter vor dem Hotel zu fotografieren. Gestern, als es so stark geregnet hat, sind sie nicht erschienen. Quasi ein bestreikter Streik.

So wie auf diesem Bild zu sehen, drehen sie langsam und anhaltend Ihre Runden vor dem Hotel und skandieren "Don't check in - check out". Manchmal ist es schwierig durch die Reihen zu schlüpfen um eben rein oder raus zu gelangen.
Ansonsten war heute ein absoluter Warte-Tag. Wir haben 5 Stunden auf den Elektriker gewartet, der unsere Kabel verlegen und anschließen sollte. Als er endlich kam, war er zwar sehr nett, hatte aber nur wenig Ahnung von dem, was er tun sollte: Er war den ersten Tag da. Also habe ich ihm erklären müssen, wie man die Lampen anschließt (es mussten noch US-Stecker montiert werden) und wie die Lampen wiederum zu schalten sind, usw. Er hat für die Arbeit dann fast vier Stunden gebraucht, die wir selbst in einer Stunde hätten machen können. Und das war es dann auch schon. Mehr haben wir heute nicht bewerkstelligen können. Für mich eine harte Geduldsprobe.
Morgen geht es weiter. Es wird ein arbeitsreicher Tag. Wir müssen viel Zeit aufholen. Mal sehen, ob wir wieder so einen malerischen Morgen am Messegelände erleben wie heute...

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5.9.2008 - Man lernt nie aus
Man lernt ja nie aus. So auch gestern wieder einmal geschehen und erlebt.
Wie im Blogeintrag vom 4.9. bereits erwähnt ist Chicago nach wie vor die Stadt der Gewerkschaften, der Unions; mit wahrhaft skurilen Konsequenzen: Für uns und unsere messebaulichen Aktivitäten z.B. bedeutet dies, dass wir Arbeiten, die wir gewöhnlich selber machen, durch die sogenannten Union-Workers ausführen lassen müssen. Die Regeln dafür sind komplex, darin finden sich die Gewerkschaften selbst bereits kaum noch zurecht. Aber man kann es auf drei Basics zusammenfassen:
Machst Du irgendetwas mit einer Maschine (z.B. Akkuschrauber o.ä.) – mach es besser so, dass Dich niemand dabei sieht. Maschinen dürfen nur durch Union-Workers genutzt werden.
Machst Du irgendetwas mit Strom/Spannung/Beleuchtung – pass auf, dass Dich niemand sieht. Das dürfen nur die Union-Elektriker. Du darfst einen Stecker nur in eine Steckdose stecken, wenn der Elektriker sie gelegt hat.
Machst Du irgendetwas, wozu Du eine Leiter brauchst – vergiss’ es. Leitern dürfen nur die Union-Workers einsetzen. Du darfst selber nur das machen, wo
mindestens ein Fuß fest auf dem Boden steht, und der andere nicht höher als 2 feet angehoben wird.
Kein Witz. Man kann sich leicht vorstellen, dass ein normalerweise überschaubarer Aufbau eines Standes, unter diesen Voraussetzungen leicht zu einem Bürgerkrieg werden kann.
Letztlich ist es gelungen und am Abend hatten wir uns erstes Ziel erreicht: Stand steht, Elektro (heimlich) vorbereitet, ready to go fort he next day.

Mittlerweile haben uns die Ausläufer des Hurricanes „Gustav“ erreicht. Das bedeutet: starker Regen, heftige Winde. Nichts gefährliches, aber für europäische Verhältnisse durchaus bemerkenswert. Ebenso bemerkenswert, die die Gelassenheit, mit der die Chicagoer diese Widrigkeiten hinnehmen: Zum Teil ohne Schirm und ohne wirksamen Regenschutz gehen sie ihren Geschäften nach, als ob es gar nicht regnen würde.

Dabei – ich habe es selbst erlebt – ist der Regen derart heftig, dass man während eines Sprints vom Taxi zum nur wenige Meter entfernten Vordach eines Restaurants mächtig nass wird. Es ist, als habe man die Strecke schwimmend zurückgelegt.
Die Wahl des Restaurants fiel auf den sagenumwobenen Italiener „Carmine’s“ auf der Rush Street. Mein Kollege Tim – intimer Chicago Kenner – erklärte, dass das Carmine’s der US-Italiener schlechthin ist. Vieles von dem, was heute in den USA an Pasta, Pizza, Seafood und dergleichen als italienische Spezialität angeboten wird, entstammt dem Carmine’s und in seiner ruhmreichen Geschichte.

Und so traditionell ist es auch heute noch. Ein persönlicher Tipp: Als Starter unbedingt die „Chicago Sausage and Pepper“ probieren. Das sind die traditionellen Bratwürstchen, die es nur in Chicago gibt. Unverwechselbar!
Da meint man, dass man als Deutsche alles über Bratwurst weiß. Wie gesagt man lernt nie aus…
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4.9.2008 - Welcome back home
Nach einem kaum enden wollenden Flug von 9 Stunden bin ich nun endlich wieder in Chicago.
Während des Fluges wurde mir wieder einmal bewusst, wie weit Werbung und Realität auseinander liegen können: „There’s no better way to fly“ lautet der aktuelle Slogan von Lufthansa und ich würde jede Wette dagegen halten: Die 747 war alt, der Sitz ausgesessen, die Polster schmutzig, das Personal mitunter garstig überfordert die Passagiere anraunzend und noch einiges mehr. Besonders hervorzuheben ist die Unterhaltungselektronik, die aus einigen plärrenden Ein-Kanal-Musikprogrammen und einem schummrig farbfalschen Fernseher unter der Decke bestand; ein Ärgernis, das sich aber mitten im durchaus interessanten Film „Leatherheads“ mit dem Gesamtausfall des Systems erledigte. „There is a better way to fly“. So viel zum Marketing.
In O’Hare gelandet nahm ich ein Taxi in die Stadt. Mein pakistanischer Fahrer Abdoul war sehr freundlich und brachte mich zum Congress Plaza Hotel auf der Michigan Ave., direkt am Millenium Park und am Michigan See gelegen.

Vor dem Hotel überraschten mich Demonstranten, die – wie Abdoul mir erklärte, bereits seit 4 Jahren für eine bessere Bezahlung streiken. Das geht natürlich nur in der Union-City Chicago.
Am Nachmittag traf ich meinen Kollegen Rick und wir nutzen den letzten freien Tag um das Hancock Observatory zu besuchen. Es ist immer wieder beeindruckend die Stadt aus dieser Höhe zu sehen.

Auf dem Rückweg zum Hotel genossen wir einen formidablen Burger im bekannten „Elephant & Castle“ Pub, bevor wir auf seltsame Weise wieder in Miller’s Pub endeten, wo wir neben ein paar Goose Ales gemeinsam mit zwei überdimensional großen schwarzen Kanadiern die Niederlage der Cubs gegen die Astros verfolgten.

So geht Amerika, in der wohl amerikanischsten Stadt der Staaten. Welcome back home…
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3.9.2008 - Wo isser?

Wer weiß, wo das ist, weiß wo ich jetzt bin. Im Moment eher noch auf dem Weg dahin, aber in Kürze bereits da. Naaah?
Ich bin wieder einmal in den USA unterwegs, wieder mal in Chicago. Das Foto zeigt ein Exponat im Millenium Park, zwischen der Stadt und dem Lake Michigan gelegen. Hier ist immer was los. Vor allem ist aber die Architektur des Parks beeindruckend. Insbesondere das hier abgebildete Cloud Gate auf der AT&T Plaza ist wirklich verrückt. Die Daten allein sagen allerdings noch nichts über die verblüffende Wirkung aus, die es hat, wenn man direkt davor steht.
Ich werde versuchen, das eine oder andere von meiner Reise zu berichten. Natürlich hier und exklusiv im Smogblog.
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2.9.2008 - Geburtstagsblog
Heute wieder ein Geburtstagsblog für einen besonderen Menschen. Für einen Menschen, der täglich in meinem Leben ist, obwohl unsere Wege sich bereits vor nahezu 20 Jahren schmerzlich trennten: Meinen Vater. Viel zu früh ist er gestorben, er war gerade 68 und hatte noch so viel vor. Heute wäre er 87 Jahre alt geworden. 
Wenn ich meine Kinder sehe, denke ich so oft: Wie gerne hätte er mit seinen Enkeln das erlebt, was viele Opas erst mit den Kindern ihrer Kinder erleben, weil sie zu Zeiten der Kindheit ihrer eigenen Kinder nie wirklich Zeit für sie hatten. Das alles hat er leider nicht erleben können. Aber ich bin mir sicher, dass er auch so Spaß an seinen wohlgeratenen Enkel hat und dass er stolz auf sie ist. Ich haben ihm viel zu verdanken. Er ist immer bei mir.
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1.9.2008 - Ich dachte, Du seist in Tokio?
"Ich dachte, Du seist in Tokio?" beginnt ein beliebter TV-Spot von IBM in den 90er Jahren. IBM wollte damals seine Internationalität unter Beweis stellen und dem Betrachter erklären, dass IBM-Berater immer und überall zur Verfügung stehen. Ich erinnere mich gut daran, dass ich wirklich beeindruckt war und hoffte, einmal - wie die IBM-Jungs - die Welt für meinen Arbeitgeber bereisen zu dürfen.
Heute, kaum 10 Jahre später ist eine globale Verfügbarkeit von Mitarbeitern längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Kollegen, die im gleichen Unternehmen normalerweise nur wenige Meter voneinander getrennt arbeiten, tauschen sich über das Internet über ihren aktuellen Aufenthaltsort aus und versuchen herauszufinden, ob man sich irgendwo in der Welt im Rahmen der nächsten Reisen treffen wird. (So gerade geschehen in einem Kommentar zu meinem Blogeintrag von gestern.)
Schöne neue Welt, könnte man denken. Aber es ist auch eine verrückte neue Welt. Denn als ich gestern meine Kids nach dem gemeinsamen Wochenende zurück zu meiner Ex-Frau brachte wünschte sie mir eine gute Reise nach Las Vegas. Aber da fliege ich erst im Oktober hin. Übermorgen geht es nach Chicago.
Versteht ihr? "Und ich dachte Du seist in Tokio?"
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31.8.2008 - Welch ein Geschenk...
Welch ein Geschenk, wenn man die Dinge tun kann, die man gerne tun möchte (auch wenn man sie manchmal wesentlich später tut, als es einem lieb ist). Heute z.B. hatte ich Gelegenheit endlich mein neues Kursprogramm in Angriff zu nehmen. Jahrelang habe ich einen Fitness-Kurs geben dürfen, der sich Drilling nannte und - wie der Name es schon nahelegt - dem militärischen Drill abgeleitet wurde. Aus Zeitgründen musste ich im Herbst letzten Jahres diesen Kurs aufgeben.
In der Folge bin ich sehr oft auf ein Nachfolgeprogramm angesprochen worden, das ich - wiederum aus Zeitgründen - nicht planen, noch geben konnte. Allerdings habe ich mich bereit erklärt, im November und Dezember - zunächst befristet - zwei "Specials" des alten Kurses zu geben. Und die Vorbereitung dazu konnte ich nun endlich heute starten.
Mit dabei war mein Sohn Nicolas, der mich als Fotograf tatkräftig unterstütze und die einzelnen Phasen der Übungen in nahezu 300 Aufnahmen dokumentierte.
Welch ein Geschenk, das, was ich so lange schon tun wollte, mit einem Assistenten wie diesem tun zu dürfen...
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29.8.2008 - Wünsche werden wahr
Menschen, die schon alles haben zu beschenken, ist immer eine besondere Herausforderung. Eher zufällig bin ich auf diese Idee hier gestossen, die sich gerade im Sommer anbietet: Chinesische Himmelslaternen.

Man sagt, dass Wünsche wahr werden, werden sie mit einer Laterne gen Himmel geschickt. Ganz nebenbei sorgen sie für romantisches Licht und Wohlbehagen. Auf jeden Fall sind sie einfach zu bedienen (meist mit Brennpaste als Würfel), in verschiedenen Größen erhältlich und eignen sich zu Anlässen aller Art. Natürlich am besten an windruhigen Abenden ab Abenddämmerung bis in die Nacht. Ein sicherer Tip für eine ausgefallene Idee. Laternen und mehr Infos gibt es hier.
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27.8.2008 - Abenteuer "USA-Reise"
Nicht nur Golem berichtet über die bevorstehenden Laptop- und Speichermediendurchsuchungen bei der Einreise in die USA durch das US-amerikanische Heimatschutzministerium. Ein Aufschrei ging durch die Welt, als diese neuerliche Maßnahme angekündigt wurde.
Ich möchte mich dazu im Grunde genommen gar nicht äußern, denn ändern kann ich es nicht. Da muss ich es auch nicht kommentieren. Wichtiger erscheint mir der Hinweis auf Lösungswege, bevor das persönliche Chaos über jedem Einzelnen hereinbricht, weil man Flüge oder Termine verpasst. Alles schon erlebt, und da gab es noch keine Laptop-Scans.
Hier einige Tipps:
- Anders Buchen! Bei Umsteigeflügen darauf achten, dass genügend Zeit bleibt, den Anschlussflug zu erreichen. Genügend Zeit heißt - je nach Flughafengröße - 3-5 Stunden.
- Wenn Umsteigeverbindungen unumgänglich sind, dann sollte man versuchen bereits in Europa umzusteigen. Nicht immer möglich, aber London/Heathrow geht schneller als Providence/RI in den USA. Jede Wette.
- Nicht benötigte Speichermedien zu Hause lassen. Jeder weitere Datenstick kostet Zeit!
- Sensible Daten nicht auf dem Laptop lassen, sondern an einen eigenen eMail-Account senden, und dort - wenn man an seinem Bestimmungsort angelangt ist - wieder abrufen.
Auf jeden Fall viel Zeit und Lässigkeit mitbringen. Die Einreise in die USA war nie einfach und hat immer viel Zeit gekostet (insbesondere für die "Non USA Residents", deren Schlange bei der Einwanderungsbehörde immer die Längste ist!) und wird nach den neuen Verordnungen eher noch länger dauern.
Willkommen auf einer mordernen Abenteuer-Reise...
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26.8.2008 - Technik-Human-Ergonomie-Logik
Technik-Human-Ergnomie-Logik. Das Wort gibt es nicht, ich weiß. Aber wenn es dieses Wort gäbe, dann gäbe es auch einen damit verbundenen Inhalt. Dieser Inhalt würde - nach meinem Dafürhalten - das regeln, worüber sich tausende von Menschen tagtäglich wundern und ärgern: Die schlechten, nicht auf den Menschen zugeschnittenen Programmierungen von Maschinen und Anlagen. Würde es Technik-Human-Ergonomie-Logik geben, würde man sich an den Universitäten der Welt Gedanken darüber machen, wie uns dieses Leiden genommen werden kann. Gerade gestern ist es mir wieder passiert:
Der durchaus fulminant-leistungsstarke Drucker eines japanischen Großunternehmens, den wir im Büro haben, versagte seinen Dienst. Leider hatte keiner meiner Kollegen einen Versuch unternommen, den Fehler zu beheben. Er stand einfach auf "Stop". Fehlermeldung: "Fotoentwickler schwarz". Also fing ich an - der Anleitung auf einem briefmarkengroßen Display folgend - den Foto-Entwickler schwarz zu lokalisieren und mit den dankenswerterweise vorhandenen Ersatzteilen zu vergleichen. Ich habe nicht weniger als 4 Kartons geöffnet, bis ich das richtige Teil hatte. Stolz über den gelungenen Wechsel schloss ich den Drucker in froher Erwartung, meine Drucke nun zu erhalten.
Da kam der nächste Fehler: "Fotoentwickler Farbe". Also noch einmal von vorn, aber jetzt ging es schneller: Ich kannte ja bereits den Inhalt der meisten Kartons. Maschine auf und nacheinander Magenta, Cyan (gerne im Kollegenkreis auch mal "Cheyenne" genannt) und Yellow (!) gewechselt, Band gesäubert (verhindert Streifen auf den Ausdrucken) Maschine wieder zu. Und siehe da: Alles wurde gut.
Mit meinen Drucken in der Hand ging ich zurück ins Büro und fragte mich, warum diese Wechsel immer separat nacheinander erfolgen. Es müßte doch nur eine kleine Änderung im Programm notwendig sein, damit diese Wechsel - so sie denn nötig sind - in einem Zug erledigt werden können.
Wie gesagt: Die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine hat durchaus noch ein wenig Spielraum und Entwicklungspotenzial. Was muss ich jetzt tun? Eine Mail sende ich an den Hersteller des Druckers, Lexmark. Und eine weitere an eine Hochschule meiner Wahl, verbunden mit dem Vorschlag einen Studiengang einzurichten. In Technik-Human-Ergonomie-Logik.
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